Die Geschäftsstelle des DAV Suhl ist ab 25.06.2020 wieder geöffnet

Neue Öffnungszeit: Donnerstags 15:30 - 18 Uhr

Bitte vorher anrufen, da die geplanten Öffnungszeiten nicht immer besetzt werden können.
Schiefermuseum . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Schiefermuseum . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)
Schiefermuseum . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Schiefermuseum . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)
Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)
Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)
Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Schiefersee . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)
Altvaterturm . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck) Altvaterturm . Schieferpark Lehesten (Foto: Sigrid Beck)

Frühlingswanderung Schieferpark Lehesten 2016

22.05.2016 Frühlingswanderung Schieferpark Lehesten + Altvaterturm Sigrid Beck

Führung durch das Technische Denkmal Spalthütte Lehesten
Wanderung um das Geotop Schiefersee (gefluteter Tagebau) bis zum Schieferpark mit kurzer Zwischenrast (ca. 3 km)
Rundweg vom Schieferpark zum Altvaterturm und wieder zurück (ca. 5 km) mit Besichtigung und Rast in der Gaststätte oder Rastplatz

Lehesten im Thüringer Wald hatte die größten Schieferbrüche Europas. Schon im 13. Jahrhundert begannen in diesem Gebiet bergmännische Tätigkeiten. Schiefer wurde zuerst aus kleinen Brüchen, später aus einem umfangreichen etwa 20 ha großen Tagebau gefördert, ab 1975 aber ausschließlich unter Tage. In seinen Blütejahren waren im Tagebau bis 2500 Beschäftigte tätig. Der Schiefer war also die Lebensader der Region. Er bekam deshalb, auch wegen seiner Farbgebung, den Namen „Blaues Gold“. Schiefer diente und dient u.a. als Ausgangsmaterial für Dacheindeckungen, Gehwegplatten und Grabsteine sowie als Baustein. In früherer Zeit wurden auch Schiefertafeln gefertigt, auf denen die Schüler mit einem Schiefergriffel das Schreiben lernten. Der Lehestener Schiefer hatte wegen seiner Haltbarkeit einen legendären Ruf, er wurde z.B. für die Dacheindeckung der Wiener Hofburg und vieler bekannter Schlösser und Burgen verwendet und sogar bis in den Orient exportiert.
1999, nach Beendigung des Schieferabbaus, gründete die Vereinigte Thüringer Schiefergruben GmbH den heutigen Schieferpark Lehesten als Technisches Denkmal. Seit 2001 ist der „Staatsbruch“ auch ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. In diesem zum Teil unzugänglichen Areal haben sich nachgewiesen mittlerweile allein 170 Arten der „Roten Liste“, also vom Aussterben betroffene Pflanzen und Tiere, angesiedelt. Den Tagebau mit seinem bei Sonneneinstrahlung türkis gefärbten See kann man auf den ausgewiesenen Wegen umwandern. Man genießt herrliche Ausblicke und kann neben den vielen Halden auch sehr gut den Gesteinsaufbau besichtigen. Die früheren Produktionsgebäude sind mit einer ca. einstündigen Führung (6 €/Person) zu besichtigen. Sie zeigen anschaulich die Entstehung der Schieferendprodukte. Auch damalige Transportmittel sind auf dem großen Freigelände ausgestellt. Fachkundige Führungen geben Aufschluss über den Werdegang des Schiefers: Die Gewinnung im Tage- und Untertagebau, die Förderung mit der in Europa einzigartigen Göpelschachtanlage, die Verarbeitung in der historischen Spalthütte. Man kann die einzelnen Arbeitsschritte, das Spalten, das Zuschneiden, die Fertigstellung als Dach- und Wandschiefer oder Schiefertafel eigenhändig vor Ort nachvollziehen.

Auf dem Wetzstein (793 m) steht der die Landschaft prägende 35 m hohe Aussichtsturm, der Altvaterturm. Sein genaues Vorbild stand einst auf dem Altvater (1492 m Jeseniky) im Ostsudetenland. Er bietet eine grandiose Rundumsicht. Die Sicht reicht in den Frankenwald, das Fichtelgebirge, das Erzgebirge, den Thüringer Wald und in den Harz. Der Turm wurde als Mahnmal gegen die Vertreibung von Menschen und als Erinnerungsstätte an eine verloren gegangene Heimat errichtet. Das Bauwerk besteht aus Keller- und Erdgeschoss sowie 9 Obergeschossen. Das oberste Geschoss verfügt über eine offene und eine geschlossene Aussichtsplattform. Im Kellergeschoss befindet sich die St.-Elisabeth-Kapelle mit Ortsgedenktafeln für Städte und Gemeinden, aus denen Sudetendeutsche vertrieben wurden. Sie geben Auskunft über die Zahl der Einwohner um 1939, die Zahl der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen und der durch Vertreibung umgekommenen Menschen. Im Erdgeschoss befindet sich eine Gaststätte, deren Wände mit Holzwappen der Heimatgemeinschaften geschmückt sind. Gedenktafeln in den Nischen der Außenfassade zeigen Ereignisse der Vertreibungsjahre. Die 16 Skulpturen auf den Zinnen symbolisieren 16 Millionen Vertriebene und 16.000 getötete Menschen nach Ende des Krieges. Im Treppenhaus stellen Doppelwappen die Orte der Vertreibung und die neuen Wohnorte dar. In den Obergeschossen werden einzelne Räume für Ausstellungen zu den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten genutzt. In den Räumen des Turms wurden Heimatstuben eingerichtet. Auf verschiedenen Etagen des Turmes befinden sich Ausstellungsräume zu verschiedenen Themen.